
Pontonier Sport – Tradition, Technik und Teamgeist auf der Reuss
Was ist Pontonier Sport?
Der Pontoniersport ist ein einzigartiger Schweizer Rudersport, der auf Flüssen und Seen in der ganzen Schweiz ausgeübt wird. Aktuell gibt es rund 40 Vereine, die diese Tradition pflegen. Ursprünglich war der Pontoniersport ein Militärsport, der sich im Laufe der Jahre vom Militär abspaltete. Heute wird nur noch das benötigte Material vom Militär gestellt.
Um diesen Sport auszuüben, braucht man:
- Ein Boot, oder Weidling
- Drei Ruder und drei Stachel (jeweils eines als Ersatz)
- Eine Sasse um Wasser zu schöpfen
- Vier Ruderstricke um die Ruder am Boot zu befestigen (zwei Ersatzstricke)
Das Fahrerpaar
Der Pontoniersport wird von Männern und Frauen betrieben. In einem Boot oder Weidling gibt es zwei Rollen:
- Steuermann: Manövriert den Weidling und bestimmt die Linie.
- Vorderfahrer: Unterstützt den Steuermann und ist gleichzeitig der „Motor“ des Teams.
Wettkämpfe
Jedes Jahr finden im Sommer 3 bis 6 Wettkämpfe statt. Die Wettfahren sind so gestaltet, dass Kraft, Geschicklichkeit und Kenntnisse über das Gewässer perfekt eingesetzt werden müssen. Vor dem Wettkampf studieren die Teams die Wasserströmungen, um die beste Linie zu wählen.
Auf dem Wasser wird ein Parcours mit Hindernissen aufgebaut, den die Teams absolvieren müssen. Die Hindernisse werden nach einem vorgegebenen Schema bewertet – Präzision und Technik sind entscheidend für ein gutes Resultat.
Der Parcours
Der Parcours besteht aus mehreren Elementen und ist je nach Ort des Wettkampfes unterschiedlich aufgebaut. Folgende Hindernisse trifft man bei jedem Wettkampf an:
Die Ausfahrt
Ziel ist es, mit möglichst viel Schwung in den Parcours zu starten. Die beiden Fahrer geben mit dem Stachel Vollgas und zielen auf die Kunststofflatte am Ende der Ausfahrt. Wird diese berührt, erhält das Fahrerpaar die volle Punktzahl.
Wird sie nicht berührt oder fährt die Spitze des Bootes in die Ausfahrt hinein, werden Punkte abgezogen.
Nach der Ausfahrt wird vom Stachel auf das Ruder gewechselt und mit voller Kraft das nächste Hindernis angesteuert.
Die Durchfahrt
Durchfahrten bestehen aus mehreren Stangen, die gerade so breit sind, dass ein Boot hindurchfahren kann. Ziel ist es, durch die mittlere Durchfahrt zu fahren, ohne diese mit dem Boot oder dem Ruder zu berühren.
Berührungen oder das Befahren einer äußeren Durchfahrt führen zu Punktabzug.
Der Pfeiler
An Brückenpfeilern oder künstlich gesetzten Pfeilern ist eine Kunststofflatte angebracht. Diese soll von der Bootsspitze berührt werden, wobei das Boot in einem 45°-Winkel zum Pfeiler stehen muss.
Fährt das Boot in den Pfeiler, verfehlt die Latte oder steht im falschen Winkel, gibt es Punktabzug.
Die Ruderfahrt
Die Ruderfahrt verbindet einen Grossteil der Hindernisse. Häufig wird diese Strecke zeitlich gemessen und kann entscheidend sein, wenn zwei Teams die gleiche Punktzahl erreichen.
Ziel ist es, mit Kraft und Präzision im perfekten Takt das nächste Ziel anzufahren.
Die Landung
Nach einer Ruderstrecke oder direkt nach einem Pfeiler ist die Landung am Flussufer markiert. Ziel ist es, mit der Bootsspitze beim Schweizerkreuz zu halten.
Wird das Kreuz verfehlt oder ist das Boot zu weit vom Ufer entfernt, gibt es Punktabzug.

Die Stachelfahrt
Auch bei der Stachelfahrt wird die Zeit gestoppt. Beide Fahrer setzen den Stachel fest ins Flussbett, und auf Kommando des Steuermanns beginnt die kräftezehrende Fahrt.
Wichtig ist, möglichst im Takt dem Flussufer entlang bis zur Markierung zu stacheln.
Treibt das Boot zu weit hinaus oder stösst ans Ufer, geht Schwung und Zeit verloren.






